Irgendwann kommt in den meisten Mannschaften der Punkt, an dem jemand einen Strafenkatalog vorschlägt. Bei den Herren genauso wie bei den Damen und oft schon in der A- oder B-Jugend. Zu spät zum Training, 2 Euro. Gelbe Karte wegen Meckern, 5 Euro. Ein paar Monate später weiß meistens keiner mehr, wer die Liste geschrieben hat. Und wer was bezahlt hat, steht in einem Heft, das der Kassenwart gerade zuhause liegen hat.
Dabei kann ein Strafenkatalog richtig gut funktionieren. Er hilft, dass Absprachen eingehalten werden, und am Ende der Saison ist Geld für die Abschlussfahrt oder den Grillabend da. Damit das ohne Streit klappt, lohnen sich ein paar Regeln.
Was rein gehört
Strafen sollten sich auf Dinge beziehen, die jeder selbst in der Hand hat. Zu spät kommen, unentschuldigt fehlen, Trikot oder Schienbeinschoner vergessen, unnötige Karten wegen Meckern. Das sind die Klassiker, und alle lassen sich vermeiden.
So sieht ein Katalog in vielen Teams aus. Die Beträge sind ein Beispiel aus der Praxis, keine Vorgabe.
Vergehen | Betrag |
|---|---|
Zu spät zum Training | 1 bis 2 € |
Unentschuldigt beim Training gefehlt | 5 € |
Trikot, Schuhe oder Schienbeinschoner vergessen | 2 € |
Gelbe Karte wegen Meckern | 5 € |
Rote Karte | 10 € oder eine Kiste Getränke für die Mannschaft |
Handy klingelt bei der Ansprache in der Kabine | 1 € |
Nicht jede Strafe muss Geld kosten. Eine Kiste nach der roten Karte oder ein Kuchen zum Geburtstag sind in vielen Teams Tradition, und davon hat die ganze Mannschaft etwas.
Was nicht rein gehört
Alles, was mit Leistung zu tun hat. Ein verschossener Elfmeter oder ein Eigentor gehören nicht in den Katalog, denn wer sowieso schon geknickt ist, braucht nicht noch eine Rechnung. Dasselbe gilt für Verletzungen und für Absagen, die rechtzeitig kommen. Wer sich am Montag für Samstag abmeldet, hat alles richtig gemacht.
Schwierig wird es außerdem, wenn Strafen nach Laune vergeben werden. Nimmt der Trainer fürs Zuspätkommen mal 2 und mal 5 Euro, ist die nächste Diskussion sicher.
In der Jugend gelten andere Regeln
Bei Kindern und Jugendlichen würden wir auf Geldstrafen ganz verzichten. Das Geld kommt am Ende sowieso von den Eltern, und die Kinder lernen daraus wenig. Besser funktionieren kleine Dienste wie Bälle aufpumpen, Hütchen einsammeln oder die Trinkflaschen zur Kabine tragen. In der A- und B-Jugend kann eine gemeinsame Kasse für die Saisonfahrt trotzdem sinnvoll sein. Dann aber lieber über einen festen Beitrag als über Strafen.
Damit es fair bleibt
Stimmt den Katalog zu Saisonbeginn mit der Mannschaft ab, statt ihn als Trainer allein festzulegen. Hängt er für alle sichtbar aus, gibt es später weniger Diskussionen. Und es hilft sehr, wenn eine Person die Kasse führt und jeder jederzeit sehen kann, was er noch offen hat.
Genau daran arbeiten wir gerade. In ein paar Wochen bekommt Numo eine Teamkasse mit Strafenkatalog, Beiträgen und einer Übersicht, wer was offen hat. Strafen werden dann direkt beim Mitglied gebucht, und wer zu viel einzahlt, hat Guthaben für die nächste Strafe.
Nachtrag vom November 2024: Die Teamkasse ist da. Einen Überblick gibt es in Die Teamkasse ist live, und wie du deinen Strafenkatalog in Numo anlegst, steht in Der Strafenkatalog: fair, transparent und ohne Zettel. In der Funktionsübersicht findest du ihn unter Strafenkatalog.