Warum ich Numo baue

· Hinter Numo

Mann in gelber Jacke steht von hinten gesehen am Rand eines Flutlichtplatzes und schaut abends einem Vereinsspiel zu

2004 hat mich jemand aus unserem Verein gefragt, ob ich bei einer Jugendmannschaft aushelfen kann. Ich war 17. „Schau dir das einfach mal an“, hieß es. Aus dem Anschauen sind inzwischen fast zwanzig Jahre als Trainer geworden, mit Trainerschein, Turnieren, Ferienfreizeiten und irgendwann auch einem Posten im Vorstand.

In dieser Zeit habe ich viele Wege ausprobiert, ein Team zu organisieren. Am Anfang gab es ausgedruckte Zettel, die beim Training verteilt wurden. Dann kamen die ersten Smartphones und mit ihnen WhatsApp. Plötzlich waren alle erreichbar, und genau das hat die kurzfristigen Absagen mitgebracht. Eine Nachricht um 17:45 Uhr für ein Training um 18 Uhr war auf einmal normal.

Die Arbeit wurde nur verschoben

Später habe ich verschiedene Team-Apps getestet. Jede hat etwas besser gemacht, und trotzdem hatte ich am Ende oft dasselbe Gefühl: Die Arbeit war nicht weg, sie lag nur an einer anderen Stelle. Statt Zettel einzusammeln, habe ich Leuten hinterhergeschrieben, die nicht reagiert hatten. Und manche Dinge habe ich dreimal eingetragen, weil jedes Werkzeug nur einen Teil abgedeckt hat.

Im Vorstand sieht man das noch deutlicher. Ein Termin für das Sommerfest steht im Schaukasten, auf der Webseite, auf einem Flyer und in drei E-Mails. Ändert sich die Uhrzeit, muss jemand alle vier Stellen anpassen. Das ist der Teil des Ehrenamts, der Menschen auslaugt, und es ist meistens nicht der Teil, für den sie gekommen sind.

Was Numo anders machen soll

Die Idee hinter Numo ist einfach zu sagen und schwer zu bauen: Eine Information wird einmal eingetragen und ist danach überall verfügbar, wo sie gebraucht wird. Wir fangen bewusst klein an, mit dem, was jede Woche Zeit kostet. Das sind die Termine und die Frage, wer kommt.

Ich bin Informatiker und habe in Venlo studiert. Numo baue ich mit Fabio Zöllner, der sich um das Backend und die Datensicherheit kümmert. Wir testen jede neue Version zuerst mit echten Teams. Was dort nicht funktioniert, kommt nicht in die App.

Wenn dadurch ein paar Trainer weniger am Sonntagabend Nachrichten schreiben und ein paar Vorstände mehr Zeit für ihren Verein haben, hat sich die Arbeit gelohnt. Mehr zur langfristigen Idee steht auf der Seite Unsere Vision.

Nachtrag vom Juli 2025: Wie sich die Teamorganisation seit 2004 entwickelt hat, habe ich ausführlicher im Beitrag Von Zetteln zu Apps: 20 Jahre Teamorganisation im Jugendfußball aufgeschrieben.